
Im Januar hat mich einer meiner
Flüge nach Südindien geführt, genauer gesagt nach Chennai, das
ehemalige Madras. Für solche Trips liebe ich meinen Job, denn wenn man
im Januar dort bei 28 Grad am Pool sitzt, danach stundenlang in einem
Beautytempel verschwindet und sich zu guter Letzt an der fantastischen
indischen Küche gütlich tut, kann es einem eigentlich kaum besser gehen.
Schon immer bin ich ein großer
Fan der asiatischen, aber insbesondere der indischen Küche gewesen. Es
fasziniert mich, dass Inderinnen für ein Gericht manchmal tagelang in
der Küche stehen. Wenn man aber die Vielfalt an Aromen und Gewürzen
berücksichtigt, ist der Zeitaufwand nicht weiter verwunderlich. Und
obwohl ein gutes Glas Wein sonst für mich auf jeden Fall zu einem
leckeren Essen dazugehört, vermisse ich ihn in Indien nicht. Hier
stelle ich mich sofort um auf Mango-Lassi, ein erfrischendes
Joghurtgetränk, oder auch Lime-Soda.
Ganz wunderbar finde ich Huhn
aus dem Tandoor mit einer süß-würzigen Tamarindensoße. Oder auch Paneer
Tikka Masala, indischer Cottage Cheese gegrillt mit einem scharfen Dip.
Hier vermisse ich auch kein Rind- oder Kalbfleisch, denn die Inder sind
für mich echte Helden am Herd und selbst ein Mutton Curry - was ja
Hammelfleisch ist - ist mit diesem Gewürzeboost wirklich lecker. Unser
Tisch hat sich gebogen unter all den Köstlichkeiten, es wurde wild
durcheinander bestellt, was die Karte hergab und jeder nahm sich, was
er wollte. Die Reste (die meist beträchtlich sind aufgrund der Mengen,
die man bestellt) lässt man sich dann einpacken, weil man auf dem Weg
ins Hotel regelmässig von Strassenkindern angesprochen wird, die sich
über eine warme Mahlzeit freuen. Wir haben aus diesem Grund auch noch
ein paar Gerichte extra einpacken lassen.
Ein mulmiges Gefühl bleibt,
wenn man diese unglaubliche Armut um sich herum sieht. Aber unser Beruf
bringt auch mit sich, direkt vor Ort helfen zu können. Sehr viele
meiner Kollegen sind sozial engagiert und haben verschiedene
Hilfsprojekte ins Leben gerufen. Am bekanntesten ist da wohl die Help
Alliance, von Kollegen gegründet und von Lufthansa unterstützt. Und
jeder Passagier hat auf jedem Flug die Möglichkeit, sein Kleingeld an
dieses Projekt zu spenden. Auch nehmen wir gern Kinderkleidung und
Spielzeug mit in diese Länder. Wenn man sich mal bei uns Weihnachten
diese Konsumschlacht klarmacht, wo jedes Kind ein I-phone oder
Ähnliches braucht und dann im Vergleich in einem Dritte Welt Land die
Kinderaugen sieht, wenn man beispielsweise eine Tüte Bonbons
verschenkt, kommt man wirklich ins Grübeln.
Bleibt noch zu erzählen von der
Kollegin, die sich in Südafrika diverse Kuhfelle gekauft hatte und
diese nach Madras schleppte, um sich Kissen daraus nähen zu lassen. Das
kam im Land der heiligen Kühe eher nicht so gut an. Die Felle hat der
Zoll dann einkassiert.
Ende Januar geht's wieder
weiter mit dem nächsten Flying Table. Nach einer dreiwöchigen Kochpause
kann ich es auch kaum erwarten, wieder den Kochlöffel zu schwingen.
Ich wünsche Ihnen ein genussreiches Jahr 2012! |
Heute möchte ich mal etwas über die letzten Monate schreiben.
Monate, die mein Leben und meine Freizeit ganz schön
durcheinandergewirbelt haben. Im Juli konnte der Flying Table das erste Mal abheben, und seitdem haben wir hier in der Dr.-Klingenberg-Straße so viele lustige, spannende und wunderschöne Abende verlebt, dass ich sie kaum noch zählen kann. Beginnen wollte ich im Sommer mit einem oder zwei Tischen im Monat, ich hatte darauf gehofft, diese voll zu kriegen und irgendwie am Ball bleiben zu können. Dann kam mir ein anderer Sommer dazwischen, nämlich Herr Sommer von der Kreiszeitung in Syke. Der nämlich verbrachte einen Abend am Flying Table, verbunden mit einer Weinprobe. Und nachdem bereits die Wildeshauser Zeitung und die Nordwest Zeitung sehr nett über mich berichtet hatten, verschaffte Herr Sommer sich einen eigenen Eindruck. Und schrieb eine wunderbare Reportage, wie ich sie mir besser nicht vorstellen konnte. Ab da stand das Telefon nicht mehr still und aus meinen zwei Tischen im Monat wurde plötzlich ein wochenendfüllendes Programm. Was wirklich großartig ist, inzwischen greift die Mundpropaganda und ich freue mich mehr denn je über jeden Gast, der neugierig auf mein Konzept ist. Jeder Abend am Flying Table verläuft ganz anders. Es ist ein Unterschied, ob eine Gruppe von Freunden den Tisch ganz bucht, oder vielleicht eine Familie. Ob ein einzelner Herr den Tisch exklusiv beansprucht, um seiner seit langem angetrauten Ehefrau einen romantischen Abend zu bereiten (ich glaube, das ist ihm seeehr gut gelungen!), ob ein Jagdessen stattfindet, welches von meinem Menüplan abweicht und ich plötzlich vor dem Problem stehe, einen ganzen Wildschweinrücken auslösen zu müssen (an dieser Stelle DANKE, Andreas, für Deine tatkräftige Unterstützung), oder ein "offener" Tisch gebucht wird von einzelnen Paaren, die sich hier kennengelernt haben und als Freunde gingen. Dieser Abend hat mir besonders viel Spaß gemacht, weil ich gar nicht erwartet hätte, das fremde Menschen sich so offen und neugierig gegenüber treten und den Abend so genießen können. Für Timo und mich waren auch die Abende besonders schön, wenn wir uns nach dem Essen plötzlich zwischen den Gästen wiedergefunden haben, meist mit einem Glas Wein in der Hand, und vom Fliegerleben erzählen konnten, dessen Faszination mich nach all den Jahren immer noch nicht loslässt. Mit dem Flying Table habe ich mir wirklich einen großen Traum erfüllt und der beste Ehemann von allen unterstützt mich, wo es nur geht. Sei es als Kellner, als Berater, als Betreuer meiner Website, oder einfach nur, indem er mir zeigt, dass ich alles richtig gemacht habe. Denn nichts macht mir mehr Spaß, als Gastgeber zu sein, meine Gäste zu verwöhnen und Ihnen einen Abend zu bereiten, an den sie hoffentlich noch lange zurückdenken. Besonders freue ich mich darüber, dass sich schon diverse "Wiederholungstäter" hier eingefunden haben! Ich möchte mich an dieser Stelle bei all meinen Gästen bedanken, die den Flying Table schon kennenlernen konnten, und auch für ihre bezaubernden Gästebucheinträge. Hoffentlich haben Sie alle eine wunderschöne, zauberhafte Vorweihnachtszeit. Und ich bin neugierig, gespannt und erwartungsvoll im Hinblick auf weitere tolle Abende, wenn der Flying Table sich vielleicht wieder in einem anderen Gesicht zeigt. Sei es ein Geburtstag, ein Hochzeitstag, vielleicht auch mal ein Mottoabend. Ich bin für alles offen, gerne können Sie mich ansprechen. My Flying Table is your Flying Table...und nun: Frohe Weihnachten! Feliz Navidad! Merry Christmas! Joyeux Noel! God Jul! Bon Natale!
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Da
wir uns gerade in einem unserer unzähligen Südafrka-Urlaube befinden,
möchte ich Ihnen einige kulinarische Highlights unserer Reise nicht
vorenthalten. Sehen Sie mir nach, daß dieser Beitrag eventuell etwas
länger ausfallen wird, dies liegt an meiner Begeisterung für dieses
wunderbare Land. Im
Moment sitze ich gerade in unserem Marine Beachfront Guesthouse in
Hermanus, dem Ort auf der Welt, an dem man zwischen September und
November ca. 2000 Wale - Southern Right Wales - vorbeiziehen sehen kann. Während
ich schreibe, fällt ab und zu mein Blick auf den Ozean, wo sich immer
mal wieder ein gewaltiger, glatter Walrücken aus den Wellen hebt, um
dann majestätisch wieder abzutauchen. Wenn ich die letzten Urlaubstage Revue passieren lasse, weiß ich kaum, welchen Part unserer Reise oder welches Restaurant ich besonders herausheben soll, waren doch alle von ganz eigener Schönheit. Sei es unsere Safari Lodge (www.Nkomazi.com), wo wir über die Maßen verwöhnt wurden; nicht nur die Tierbeobachtungen waren wunderbar, auch kulinarisch waren wir angenehm überrascht. Oder aber das Highlands Country House in Kapstadt (www.highlands.co.za), welchem wir sicherlich in den kommenden Jahren die Treue halten werden. Die Gastfreundlichkeit von Carole Armstrong-Hooper ist kaum zu überbieten, das Guesthouse von einem Charme, welches seinesgleichen sucht. Das Highlands ist ein wunderschönes Herrenhaus, umgeben von einem liebevoll angelegten Garten im englischen Stil, und auch von der Ausstattung her bleibt kein Wunsch offen, eingerichtet mit erlesenen Antiquitäten, wunderschönen Stoffen, Kerzenleuchtern und einem Kamin in fast jedem Zimmer des Hauses. Man hat die Möglichkeit, am Abend im eleganten Speisezimmer Platz zu nehmen und am flackernden Kaminfeuer ein Drei-Gang-Menü zu genießen. Wir haben uns von diesem Guesthouse nur schwer trennen können und werden ganz bestimmt wiederkommen. An unserem ersten Nachmittag in Kapstadt haben wir uns zum High Tea im altehrwürdigen Lord Nelson Hotel angemeldet. Das "Nellie", wie die Kapstädter sagen, ist ein Hotel mit Geschichte im Kolonialstil und ein Besuch des High Teas am Nachmittag sollte bei einem Besuch in Kapstadt unbedingt eingeplant werden. Die Teezeremonie ist im letzten Jahr zum "besten Tee der Welt" gewählt worden. Nachdem wir aus der überaus reichhaltigen Teekarte unseren Wunschtee gewählt hatten, konnten wir uns nicht sattsehen am dazugehörigen Teebuffet, wo wir die Qual der Wahl hatten, da wir alles durchprobieren hätten können, geschafft haben wir es natürlich nicht. Von Gurkensandwiches bis Lachshäppchen, Roastbeefwraps bis Quiche, Scones mit Clotted Cream und hausgemachter Marmelade, Schokocremetorte, Carrot Cake, Petit Fours und Pralinenspezialitäten, hier wird jedes Begehren gestillt. Genießen Sie Ihren Tee im traumhaft schönen Garten. Sie werden beides in Erinnerung behalten. Ein Restaurant in Kapstadt möchte ich nicht unerwähnt lassen: das BAIA, ein Seafoodrestaurant, nein, DAS Seafoodrestaurant an der Waterfront. Wenn Sie auf der Suche nach perfekt zubereitetem Fisch und Meeresfrüchten sind, sind Sie hier richtig. Unser Abend im Baia begann recht spektakulär, indem unser Kellner uns nach draußen bat, um unsere bestellte Flasche Sekt mit einem Säbel zu köpfen. Timo fand das so beeindruckend, dass er jetzt stetig übt, um diese Darbietung auch für den Flying Table übernehmen zu können. Wir hatten einen Tisch mit perfektem Blick auf den Tafelberg. Unsere Seafoodplatte, welche aus Hummer Thermidor, Langusten, Tiger Prawns, gegrillten Calamari und Kingklip bestand, bot uns ein kulinarisches Erlebnis der Extraklasse. (www.baiarestaurant.co.za) Morgen setzen wir unsere Reise fort in die Winelands nach Franschhoek. Auch dort werde ich wieder in fremde Töpfe schauen und Ihnen berichten. Hakuna Matata! |
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Obwohl mein nächster Flug nach Boston geht und ich dort wieder eine wunderbare Clam-Chowder (Venusmuschelsuppe) und sicherlich auch den einen oder anderen Hummer verdrücken werde, möchte ich allen, die es noch nicht kennen, mein absolutes Lieblingsrestaurant in unserer Region empfehlen. Von Wildeshausen ist es zwar eine halbstündige Autofahrt dorthin, die sich aber auf jeden Fall lohnt. Ich rede natürlich von Pino aus dem Casa d'Italia in Syke. Pinos Restaurant ist einfach sehr gemütlich, man findet sich wieder zwischen Marienstatuen, Fotos von Pinos Familie oder auch Promis, die schon bei ihm gegessen haben und es wohl auch immer wieder tun werden. Schon beim sehr lockeren Empfang fühlt man sich einfach wohl, das übliche "Sie" weicht einem "Du", an der Vitrine kann man sich an den Köstlichkeiten hinter Glas kaum sattsehen, und einen Antipastiteller sollte man sich keinesfalls entgehen lassen, denn dafür ist Pino bekannt. Mit viel Raffinesse und Einfallsreichtum sind seine Speisen zusammengestellt und wenn man das Glück hat, an einem Freitag einen Tisch zu ergattern, kommt man in den Genuss einer kleinen, aber feinen Speisekarte, nach deren Lektüre die Auswahl schwer fällt. Gönnt man sich danach noch eine Dessertvariation, wähnt man sich im Himmel. Ich freue mich sehr und es macht mich stolz, dass ich kürzlich das Glück hatte, mit Pino gemeinsam kochen zu dürfen und mir den ein- oder anderen Trick abgucken zu können. (siehe meine "Presse-Seite") Wenn Sie also Lust auf wunderbares, italienisches Essen in einer lockeren Atmosphäre haben, reservieren Sie einen Tisch bei Pino. | ![]() |
Neulich in Toulouse
Kürzlich hatte ich wieder mal das Glück, mit meinem Göttergatten eine
5-Tages-Kurzstreckentour zu fliegen. Wenn er auch an meinem Flying
Table zum Weinsteward degradiert wird, so ist er im Flugzeug mein Chef, was für mich, sagen wir, zumindest gewöhnungsbedürftig ist. Da ich erst seit kurzem auch Kurzstrecke fliege, profitiere ich hier durchaus von den jahrelangen Erfahrungen des besten Ehemannes von allen, auch kulinarisch. In Toulouse stand deshalb auch ein Besuch des bekannten Restaurants L'Entrecote auf dem Programm. Es öffnet mittags um 12:00 Uhr und da wir um 13:30 Uhr in der Hotellobby in Uniform bereitstehen musste, war unsere Zeit knapp bemessen. Als wir um 11:45 Uhr am Restaurant eintrafen in der irrigen Annahme, dann die Ersten zu sein, hatte sich bereits eine etwa 50 Meter lange Warteschlange vor dem Eingang gebildet. Mit Öffnen der Türen stürmten die Restaurantgäste in die Gasträume, um sich die besten Tische zu sichern, denn Reservierungen werden hier nicht entgegengenommen. Das Besondere an diesem Restaurant? Es gibt, wie der Name schon sagt, ausschliesslich Entrecote. Dieses allerdings in solch perfekter Darreichungsform, dass man aus dem Schwärmen gar nicht mehr herauskommt. Ein saftiges Stück Fleisch, perfekt gegrillt, in feine Tranchen geschnitten, napiert mit einer gekräuterten Buttersoße, dazu, ganz schlicht, ein gemischter Salat in einer Nussvinaigrette, wie ich sie vergleichbar bisher nur in der Sansibar auf Sylt gegessen habe. Dann noch ein Teller mit handgeschnittenen, dünnen Pommes Frites, die ich mir versagt habe, weil ich danach ja noch in die Uniform passen musste. Man hat eine sehr begrenzte Weinauswahl, vin rouge ou blanc. Wir mussten uns sowieso an Wasser halten, aufgrund der anstehenden Flüge. Im Entrecote wird bestellt, gegessen und bezahlt. Das alles in einem atemberaubenden Tempo. Die eingeplante Restaurantstunde hat also ausgereicht. Wenn ich auch kein Freund der hastigen Nahrungsaufnahme bin, so bietet das Konzept dieses Restaurants doch ein besonderes (Ess)-Erlebnis. Das Fleisch war wunderbar! L'Entrecote 15 Boulevard de Strassbourg 31000 Toulouse Frankreich |
Und neulich an Bord
Ein Langstreckenflug. In der Economy sitzt ein "Herr" mit Kind und schlechtem Tag. Flugbegleiter: "Was möchten Sie gerne essen? Wir haben Putengeschnetzeltes oder Rinderbraten." Passagier: "Ich nehm das Rind". Er beugt sich zu seiner Tochter und sagt laut und für jeden hörbar: "Und wenn Du immer schön in der Schule aufpasst und fleißig bist, dann mußt Du SO einen Job später nie machen." Dabei deutet er auf die Kollegin. Die Kollegin serviert ihm sein Essen, fragt auch die Kleine, was sie möchte, stellt ihr schließlich mit einem Grinsen das Tablett auf den Tisch und meint: "Tja, und wenn Dein Papa in der Schule immer schön aufgepaßt hätte und fleißig gewesen wäre, dann würdest DU heute in der First Class sitzen!" |